18
Sep
2009

Foto-Shooting

Weil mich jetzt schon mehrere auf mein neues Studivz-Bild angesprochen haben, erzähl ich doch noch die Geschichte dazu:
Als ich am Sonntag mit Patricia in Hangzhou war, sind wir durch die Parkanlagen dort spaziert und an einer Gruppe sehr professionell wirkender Fotografen vorbei gekommen, die ein Modell im Abendkleid geknippst haben. Wir vermuten, dass das ein Fotoclub oder sowas war. Ganz spontan haben die ihr Modell dann beiseite gestellt und gefragt, ob sie uns Laowais fotografieren dürften. Leider stand vor allem ich sehr gammelig drauf, aber ok. War ne coole, wenn auch sehr ungewohnte Sache, so professionell vor sieben Fotografen zu posieren; ich wusste gar nicht, wie ich das machen sollte^^ Nach dem Shooting hab ich dann meine hier angefertigten Visitenkarten verteilt (beim Weggehen letztens habe ich andere deutsche Praktikanten kennengelernt, die mir ihre Karte gegeben haben, was ich so praktisch und cool fand, dass ich mir auch habe welche machen lassen). Gestern kam dann tatsächlich eine Email mit unseren professionellen Fotos!! Ist etwas schade, dass ich mich vorher so wenig zurecht gemacht habe, sonst wären sie noch besser, aber sowas weiß man vorher ja nicht...

Der taegliche Wahnsinn

Erst einmal kann ich berichten, dass ich das Raetsel um die Rentnerschwaerme morgens im Carrefour geloest habe: Es gibt dort zwischen 7 und 8 Uhr Eier zu reduzierten Preisen! Das erklaert natuerlich, warum dort so viele Rentner nur Plastiktueten voller Eier kaufen und warum man sich beeilen und so draengeln muss ;-)
Jetzt werde ich endlich mal ueber den Wahnsinn schreiben, der sich hier morgens, mittags und abends, also zur permanenten Rush Hour, auf den Strassen abspielt. Bestes Beispiel ist die Humin Road, an der ich wohne. Die Strasse ist 6-spurig plus 2 Spuren fuer Fahrraeder und Mopeds, die aber ab und zu als Ausweich- und Ueberholspuren genutzt werden, so dass Fahrraeder und Mopeds dann teils ueber den Buergersteig fahren. Dadrueber befindet sich eine 4 spurige Hochstrasse. Ein paar hundert Meter weiter gibt es sogar noch eine dritte Strassenebene, die auch vierspurig ist. Man sollte ja denken, dass so viele Strassenspuren und die parallel laufende Metrolinie in einem Vorort fuer einen fluessigen Verkehr genuegen muessten, aber der Verkehr ist stets zaeh fliessend und mein Shuttlebus zur Arbeit braucht fuer genau dieses Stueck immer am laengsten. Letzte Woche habe ich morgens den Bus knapp verpasst, weil im Carrefour so viel los war und an der Kasse saemtliche Rentner, die vor mir standen, ihre Eier mit Kreditkarte bezahlt haben. Ich bin dann mit Metro und Taxi zum Unternehmen gefahren (insgesamt hat mich das 1,50€ gekostet) und ich war eine Viertelstunde eher da. Mein Glueck war, dass ich zum Arbeiten aus der Innenstadt hinaus muss und nicht wie Millionen (!) andere in die Innenstadt hinein. Obwohl die Metros fast im Minutentakt fuhren und sehr grossraeumig mit wenigen Sitzen gebaut sind, waren die Zuege total ueberfuellt und es gab vor den Tueren lange Schlangen. Und das spielt sich dort jeden Morgen ab...
Nun wieder zurueck zur Humin Road. Direkt neben der Mall ist eine T-Kreuzung mit einer "kleinen" Seitenstrasse, die ich immer ueberquere. Dort gibt es zwei moegliche Verkehrskonstellationen: Entweder es ist relativ leer und die Autos und Roller hupen und brettern dort vorbei ohne Ruecksicht auf Ampelfarben, Fussgaenger oder Vorfahrt. Dabei passen sie schon auf, dass keine Unfaelle passierten, aber gebremst wird erst im letzten Moment.
Oder es ist recht voll (genau an dieser Stelle befindet sich der Ausgang des Mall-Parkplatzes). Dann stehen Taxis mitten auf der Strasse und lassen Fahrgaeste ein- oder aussteigen, Autos wenden mitten auf der Kreuzung oder halten (ueblicherweise mit laufendem Motor) um schnell etwas wie Geld abheben zu erledigen. Dies fuehrt dazu, dass die Autos an der Kreuzung total verkeilt da stehen, man selbst als Fussgaenger schwer vorbeikommt und es erstmal eine Weile dauert, eh sich das aufgeloest.
Seit letzter Woche sind an dieser T-Kreuzung tagsueber zwischen drei und sechs "Traffic Assistants" stationiert, wahlweise in Pfadfinderuniform mit Tropenhut oder mit roter Weste und rotem Faehnchen ausgestattet. Diese sollen das Chaos dort in Grenzen halten und sorgen dafuer, dass die Fussgaenger nur noch bei gruen ueber die sonst nicht beachtete Ampel gehen und die Taxis, anstatt total im Weg zu stehen, am Rand halten. Dass Autos und vor allem Roller trotzdem bei rot ueber die Kreuzung rasen, haben die Traffic Assistants noch nicht so gut im Griff...also werde ich weiterhin die Augen an dieser Kreuzung sehr weit offen halten!
Dann wuensche ich euch ein schoenes Wochenende! Ich werde nach Suzhou, eine Stadt mit vielen beruehmten Gaerten, fahren und demnaechst darueber schreiben...
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