14
Sep
2009

Hash und Hangzhou

Ich hatte ein richtig cooles Wochenende:
Freitag Abend bin ich mit Patricia und Hanna aus Göteburg in der ziemlich exklusiven Vue Bar auf der Dachterasse des Hyatt Hotels gewesen. Von dort aus hatte man einen atemberaubenden Blick auf die berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Shanghai wie den Bund und den Pearl Tower und auf die kilometerweiten Wolkenkratzer...
Am Samstag habe ich an meiner ersten Hash teilgenommen! War total lustig... Man musste sich dafür übers Internet anmelden. Der Treffpunkt war Samstag mittags in der City. Hanna, Patricia und ich sind dann zusammen mit ca. 40 anderen Leuten (Britten, Australier, Amerikaner, ein paar Deutsche, Skandinavier und Chinesen; sehr gemischtes Alter) in einen Bus gestiegen, der uns zu einem unbekannten Ziel gebracht hat. Gelandet sind wir schließlich in einem Kuhkaff, ca. 1,5 Stunden außerhalb von Shanghai. Dort hatten die Organisatoren eine Art Schnitzeljagd vorbereitet. Es gab zwei Teilnahmevarianten, die Runners und die Walkers und wir haben uns natürlich für die sportlichere entschieden, die mit einer sehr ungewöhlichen Route verbunden war. Wir sind dann losgelaufen, quer durchs Feld - und mit quer durchs Feld meine ich quer durchs Feld - durch wucherndes Gestrüpp(meine Beine sind jetzt total zerkratzt), durch Gewächshäuser, über kleine, enge Erdwälle, die zwischen unter Wasser stehenden Reisfeldern und Bewässerungsgräben aufgeschüttet waren (es sind sogar Leute reingefallen^^). Zwischendurch hat man immer wieder Bauern gesehen, die mit einfachsten Geräten auf den Feldern gearbeitet haben. Traktoren und Landmaschinen habe ich dort nicht gesehen. Da Lebensmittel hier so günstig sind, kann es den Leuten also nicht gut gehen. Die meisten Bauern haben ihre Arbeit unterbrochen, als wir an ihnen vorbei liefen, und uns verdutzt angesehen. Viele standen auch neugierig vor ihren Häusern oder Hütten. Ihr Blick ähnelte dem, den meine Oma wahrscheinlich gehabt hätte, wenn vor 50 Jahren eine Horde Chinesen über ihre Felder in Heinsberg-Donselen gejoggt wäre. Und in der Tat fühlte man sich in den Dörfern, durch die wir auch gelaufen sind, in der Zeit zurückversetzt, bis in die 20er oder 30er Jahre! Es waren jedoch auch recht viele Roller dort unterwegs und in einigen Hütten haben Kinder Fernsehen geguckt.
Der Lauf dauerte etwa 1,5h mit kleineren Pausen, wenn nach dem Weg gesucht werden musste oder das Gelände sehr unwegsam war. Sonst war das Tempo recht anstrengend, da viele Männer mitgelaufen sind. Angekommen am Bus, der auf einem kleinen Marktplatz stand, ging es dann mit dem nächsten Teil der Hash weiter, dem Gelage^^ Der Bus hatte nämlich drei große Boxen Bier mitgenommen. In einem großen Kreis wurden verschiedene Personengruppen, z.B. Hasher, die sich blamiert hatten, die neu oder deutsch waren nach vorne gebeten und mussten darauf trinken, es wurden Geschichten und Witze erzählt und gesungen...das ganze war zwar nicht optimal direkt nach so einem Lauf und auch ziemlich flach, aber doch sehr unterhaltsam und lustig. Das fanden auch die mindestens 100 Dorfbewohner, die um uns herumstanden und uns beobachteten, vermutlich waren wir dort das Highlight des Monats!^^
Danach sind wir wieder zurück nach Shanghai gefahren und haben in einem traditionellen chinesischen Restaurant mit Maskentanzshow zu Abend gegessen. So eine Hash gibt es in vielen verschiedenen Ländern, jedoch leider (noch) nicht in der Gegend von Aachen.
Am Sonntag bin ich mit Patricia mit dem Zug in das beschauliche 6,6-Millionen-Einwohner-Örtchen Hangzhou (Zitat aus meinem Reiseführer) gefahren. In der Tat ist Hangzhou wesentlich beschaulicher als Shanghai, alles ist weniger eng, weniger hoch und weniger voll. In unmittelbarer Nähe zur Innenstadt gibt es dort einen großen See und rund herum Parkanlagen. In der chinesischen Literatur wird dieser Ort als "Himmel auf Erden" beschrieben und ist es dort wirklich sehr schön. Es gibt eine große Promenade um den See, der von seichten Hügeln umgeben ist, und naturbelassene Parkanlagen, in denen chinesische Pavillions, Tempel und Pagoden verstreut sind. Leider ist es - wie an den meisten touristischen Orten in China - ziemlich überlaufen. Wir haben uns dort (für nichtmal 20 Cent pro Stunde) Fahrräder geliehen, sind um den See geradelt und haben ganz oft gehalten, um Fotos zu machen. Abends sind wir dann wieder mit dem Zug zurück gefahren. Der Bahnhof dort ist recht eng gebaut und wir befanden uns auf einmal in einem nicht enden wollenden Menschenbandwurm zum Zug nach Shanghai. Dies erklärt, warum es hier, ähnlich wie am Flughafen, Warteräume gibt und man erst kurz vor Abfahrt den Bahnsteig betreten darf. Erstaunlicherweise haben die ca. 2000 Leute dann doch in den Zug gepasst und wenn auch einige stehen mussten, war doch noch genug Platz.
Jetzt ist es schon wieder so spät, ich gehe jetzt schlafen, gute Nacht!!

12
Sep
2009

Rüpel-Rentner

Normalerweise sind die Leute in meinem modernen Wohnviertel recht jung und man sieht wenig Leute über 50, geschweige denn Rentner. Morgens früh ist jedoch die Tageszeit, zu der diese Altersgruppe aus ihren Verstecken kriecht und sich versammtelt, nicht etwas um das traditionelle Tai Chi (langsame, synchrone Gymnastikübungen) zu machen, sondern um ganz modern im Carrefour Supermarkt einzukaufen. Zu meinem Bedauern ist das genau die Zeit, zu der ich mir dort mein Frühstück besorge...
Am Eingang geht es schon los. Sie kommen nicht selten in Horden an und jeder versucht der erste seiner Horde zu sein. Sieht schon sehr lustig aus, wenn Rentner laufen, drängeln und sich gegenseitig wegschubsen. Wenn sie nicht drängeln, dann starren sie mich Laowei (Ausländer) mit großen Augen an...
Angekommen im Supermarkt gibt es immer eine mindestens 300m lange Schlange quer durch den ganzen Supermarkt zum Abwiegen von Eiern und Fleisch, der Lieblingsprodukte dieser Käufergruppe. Seltsamerweise wird immer nur eine Waage von einer Verkäuferin bedient und daneben steht noch eine Waage und zwei Verkäuferinnen, die Etiketten sortieren oder sich unterhalten. Wenn ich es dann endlich geschafft habe, die Leute in der Schlange zu überzeugen, dass sie mich quer durchlassen könnten, gehe ich meistens in die Obstabteilung. Besonders eklig ist dort der Traubenstand, bei dem die Trauben offen liegen und die vielen Leute, die dort drum stehen, erstmal alle Trauben betatschen und sich dann einzelnd die schönsten herauspicken.
Wenn ich mir dann Obst ausgesucht habe, gehe ich zum Abwiegen. Dort stelle ich mich normal an und bin jedes mal aufs neue beeindruckt, wie dreist sich 60-70-Jährige Menschen vorpfuschen. Sie drängeln sich einfach vor mich (oder auch vor andere Leute, die anstehen) oder legen ihr Obst vor meiner Nase auf die Waage...das ist einfach nur bösartig!! Ich weiß nicht, was die Rentner hier sonst so tun, dass sie keine Zeit haben, oder ob es einfach nur ein Trieb ist, das Obst so schnell wie möglich abwiegen zu lassen, bevor es nichts mehr gibt..? Meine chinesische Kollegin meinte, dass das die Shanghaier Mentalität ist und dass ich nicht zu höflich sein sollte. Zum Glück achten die Verkäuferinnen auf die Reihenfolge der Schlange und ich habe festgestellt, dass sich die Leute schon hinten anstellen, wenn man sie anmeckert...

8
Sep
2009

Enorme Weiten

Heyho,
vielen Dank für euer zahlreiches Lob und positives Feedback. Das motiviert mich total noch etwas von den letzten Tagen zu berichten:
Letzten Freitag bin ich abends mit Patricia und Klaus essen und dann feiern gewesen. Es war ein sehr lustiger, sehr langer und preis-leistungsmäßig sehr guter Abend. Unser absolutes Highlight war der ältere Chinese, der für die Sauberkeit im ersten Club zuständig war. Er hat jede halbe Stunde die Tanzfläche mit seinem Mopp gewischt, unbeirrt davon, dass diese voller tanzender Leute war, die er konsequent weggeschubst hat.
Am Samstag bin ich mit Patricia shoppen gefahren. Sind in der Huaihai Road, der zweit bekanntesten Einkaufstraße hier, gewesen. Diese liegt in der Nähe des europäischen Kleinstadtviertels und war ähnlich beeindruckend. Es gab dort rote Backsteinhäuser, Doppelstöckerbusse und rote Telefonzellen und wir haben uns gefühlt wie in ... London!! Die Geschäfte waren fast die gleichen wie zuhause (H&M, Orsay, Esprit...) mit den gleichen Klamotten zu den gleichen Preisen und sehr vielen europäischen Kunden. Wir sind Straße ein bisschen entlang gebummelt, haben nichts gekauft und sind dann wiedermal in eine Seiten Straße abgebogen. 50m weiter waren wir in einem einfachen, idylischen Wohnviertel. Türen und Fenster der Hochhäuser standen dort offen, überall hing Wäsche und glückliche Rentner saßen vor den Häuser und haben uns angelacht.
Sonntag bin ich in den Century Park, den größten der wenigen Stadtparks in Shanghai, gefahren. Dieser liegt an anderem Stadtende und ich war mit der Metro über eine Stunde unterwegs. Eine der Sachen, die ich Landkind hier am meisten vermisse, ist das Grüne, die Natur, Wiesen, Felder und Bäume... Der Century Park ist sehr schön, wenn auch etwas künstlich angelegt. Außer mir gab es sogar noch zwei weitere Ausländer, die dort auf der Wiese in der Sonne lagen und gelesen haben! Einige Chinesen saßen auch im Grünen, jedoch im Schatten und teilweise von Strandmusscheln und Zelten vor jeglichen Sonnenstrahlen geschützt.
Danach bin ich noch ein bisschen durch das Viertel hinter dem Stadtpark spaziert. Dieses war ganz neu, modern und repräsentativ angelegt, mit großen Plätzen, breiten Alleen und architektonisch außergewöhnlichen Bauten, in denen ein Kongresszentrum und ein Technology & Science Museum sind. Von dort hatte man einen guten Blick auf zahlreiche Hochhäuser und Wolkenkratzer, die jenseits meines Stadtgrenzenhorizonts liegen. Diese Stadt ist einfach so riesen groß.....
Gestern Abend habe ich mich wieder mit Patricia getroffen und wir sind an der Century Ave in der Nähe des Century Parks (jedoch auf der mir bekannten Seite) durch ein Viertel gebummelt, das ebenfalls ganz neu und einfach nur groß, weit und hoch, modern und neu war. Dort reiht sich eine Mall an die nächste, überall sind nur Geschäfte, Restaurants, Banken, Hotels und alles voller Chinesen...
Wie Shanghai im Großen, so entwickelt auch meine Mall im Kleinen ungeahnte Weiten. Fast jeden Tag entdecke ich neue Verkaufsflächen, für Klamotten, Schuhe und alles mögliche. Leider haben die meisten Geschäfte Preise wie in Deutschland, die Sachen sind nicht schön oder passen nicht...
Heute habe ich eine Poststelle gesucht, die ich natürlich nicht gefunden habe. Statt dessen bin ich neben der Mall auf eine weitere große Mall gestoßen! In dieser gibt es vorzugsweise Luxusklamotten und -artikel und sie kann mit ihren 5 Etagen locker mit der Kö in Düsseldorf mithalten! Obwohl es dort Verkäufer und Sicherheitsleute ohne Ende gab, die sich die Beine in den Bach standen, war dies doch der am wenigsten belebte Ort, den ich hier bis jetzt erlebt habe. Es waren kaum Kunden dort und die Gänge waren so leer. Vielleicht ist dies um 8 Uhr abends hier normal? (Die Geschäfte haben bis 10 auf...)
So, jetzt ist es schon wieder so spät...ich geh jetzt schlafen, gute Nacht! Ich vermisse euch!!

6
Sep
2009

Mein Praktikum

Hey zusammen,
heute schreibe ich endlich mal über meine Arbeit. Ich mache ja ein Praktikum bei in der Controllingabteilung eines deutschen Chemiekonzerns und es gefällt mir sehr gut.
Morgens muss ich erstmal in Richtung Mall. Ende der Woche habe ich endlich MEIN Frühstück hier gefunden :-) Die meistens Chinesen essen ja Reis- oder Nudelsuppe, aber ich möchte zumindest zum Frühstück etwas "Normales" essen. Mäckes fand ich auf Dauer auch nicht so toll. Habe dann entdeckt, dass es morgens um halb 8 im Carrefour Supermarkt frische Baguettes gibt, die fast so lecker wie in Europa sind. Meine Gewohnheit mir, nachdem ich morgens aus dem Haus gehe, erstmal trockenes Brot/Brötchen zu kaufen kann ich also auch hier beibehalten :-)
Danach geh ich zu einem Treffpunkt neben der Mall. Gegen 8 trudelt dort ein Bus des Unternehmens ein, der mich zusammen mit zahlreichen Chinesen und Christina, die dort ihre Diplomarbeit schreibt, durch den Shanghaier Morgenstau per Stop-and-Go zum Firmengelände bringt. Die Fahrt würde wahrscheinlich nur 15 Min dauern, mit Stau und zwischendurch Leute einsammeln dauerts jedoch 45 Min...
Angekommen geh ich in mein Büro. Das ist ein Großraumbüro mit etwa 15 Leuten, 14 Chinesen und ein Deutscher, der seit 8 Jahren hier lebt und sehr gut Chinesisch spricht. Die Kollegen sind sehr nett und aufgeschlossen, die meistens sind recht jung und überwiegend weiblich. Sie können alle gut Englisch und einige sogar Deutsch, nur die Aussprache ist manchmal etwas schwer verständlich.
Das Büro ist noch ganz neu und modern in den Firmenfarben eingerichtet. Da auf unserer Etage die Spartenleiterbüros sind, gibt es eine schmucke Kaffeeküche mit einem Kaffeevollautomaten, der super leckeren Cappuccino macht. Ich trinke jeden Tag 3 Stück :-)
Meine Aufgaben waren bis jetzt immer ganz ok. Ich habe Exceltabellen und Powerpoint-Präsentationen mit Unternehmenskosten, EBIT...bearbeitet. Das ganze hat sehr was von einem Hiwi-Job. Zum Glück habe ich immer etwas zu tun (nicht so wie bei anderen Praktika...), so dass es nicht langweilig ist. Außerdem finde ich es recht spannend zu sehen, dass und wie die Methoden und Kennzahlen, die ich in der Uni gelernt habe, tatsächlich in der Praxis angewand werden.
Gegen 12 gehen wir dann immer mit der Abteilung Mittagessen. Es gibt eine große Kantine, die um diese Zeit immer schon gut gefüllt ist. Angeboten werden 2 chinesische, 2 süd-ost-asiatische und ein westliches Gericht. Vor den Chinesischen sind natürlich immer die längsten Schlangen und diese Gerichte bestehen aus 5 Fleisch- und Gemüsesorten, die man zuerst isst, und wenn man noch Hunger hat, gibt es zum satt werden eine Schale Reis und Suppe. Eigentlich eine ganz clevere Taktik^^ Die Qualität des Essens ist verleichbar mit der Aachener Mensa, jedoch ist das Essen hier gratis^^
Im Unternehmen selbst gibt es recht viele Deutsche, ich schätze mal so 5-10 %. Die meisten davon sind in Führungspositionen und essen westlich. Ich variiere, je nachdem, was es gibt. Die meisten Chinesen essen nur chinesisch und sind mir mit ihren Mit-Stäbchen-Ess-Fähigkeiten in Eleganz und Geschwindigkeit weit überlegen :-D.
Nach dem Essen wiegen sich meine Kolleginnen dann immer auf der büroeigenen Waage. Außerdem werden den Tag über Themen wie Männer, Mode und Make Up besprochen. Eigentlich sehr interessant, nur ich verstehe es leider nicht :-(
Die Arbeit dauert dann immer bis 5 Uhr. Danach fahren die Shuttlebusse (insgesamt gibt es 7) wieder zurück in die verschiedenen Stadtgebiete und bringen die Angestellten zurück zu den Sammelpunkten, oder wo sie hin wollen...Ich bin meistens gegen halb-viertel vor 6 zu Hause, so dass noch Zeit ist, etwas zu unternehmen...

1
Sep
2009

Die Shanghaier Innenstadt

So, jetzt schaffe ich es endlich mal von meinem Wochenende zu berichten. Bin die letzten Tage etwas erkältet gewesen, wahrscheinlich von den auf eiskalt gedrehten Klimaanlagen, die hier omnipräsent sind. Dann hatte ich auch noch meine ersten Praktikumstage, was auch sehr anstrengend war...jetzt aber erstmal zum Wochenende:
Samstag Abend habe ich mich mit ein paar Studenten getroffen. Diese stammen aus Hamburg, machen hier ganz in der Nähe ein Auslandsemester und ich habe sie im Supermarkt vor dem Stifteregal kennengelernt (mit Europäern, die man im Supermarkt trifft, kommt man nämlich schnell ins Gespräch...). Wir sind mit der Metro zusammen in Richtung "Innenstadt" gefahren, in ein zentral gelegenes Viertel, von dem wir gehört haben, dass es dort viele Bars und Kneipen gibt. Umso größer war die Überraschung, als wir aus dem Bahnhof kamen: es sah aus wie in der holländischen Kleinstadt Sittard! Überall waren kleine zweistöckige Häuschen nach europäischer Bauweise mit großen Fenstern und die Straßen waren eng und kaum befahren. Alle Schilder waren in lateinischer Schrift und es gab kleine Schokoladen-, Klamotten- und Möbelgeschäfte. Das mitten in der 19-Millionen-Metropole Shanghai!!
Dort sind wir erstmal schick essen gegangen (zu Pontstraßenpreisen ;-)). Danach waren wir in einem Pub voller Engländer im mittleren Alter. Gegen 12 haben wir uns wieder in Richtung Metro aufgemacht und sind dabei an zahlreichen Lebensmittel- und Obstläden vorbeigekommen. Die waren noch immer geöffnet. Die Besitzer saßen vor ihrem Laden in Liegestühlen und hatten Mühe die Augen auf zu halten oder schliefen bereits. Ich habe auch keine Kunden gesehen...
Sonntag Nachmittag habe ich mich dann endlich mit Patricia getroffen. Sie macht auch ein Praktikum in Shanghai (am anderen Ende...) und wir schreiben uns schon seit einigen Wochen. Haben uns zuerst das Wahrzeichen Shanghais angesehen, den Oriental Pearl Tower. Das ist ein Fernsehturm, der aus der Skyline Shanghais herrausragt und durch seine Bauweise aus riesigen lila Kugeln besonders auffällt. Dort sind wir erstmal wie Popstars von und mit den vielen asiatischen Touristen fotografiert worden...wir waren zwar nicht die einzigen Europäer dort, aber die bestaussehensten ;-)
Dann sind wir zur Uferpromenade des Huangpu-Flusses, der durch Shanghai fließt. Dort hatte man einen weiten Blick auf riesige Skyline, jedoch auch auf zahlreiche Frachtbinnenschiffe, die, wie an einer Perlenkette aufgereiht, den Huangpu befuhren. Haben dann über ne Stunde nach dem Eingang eines Tunnels zur anderen Seite gesucht, was letztlich an der ausschließlich chinesischen Beschriftung und den mangenlden Englischkenntnissen der Passanten gescheitert ist, also sind wir schließlich mit der Metro rüber.
Sind dann zur Nanjing Dong Lu, der berühmten Glitzer-Einkaufsstraße. Entlang einer breiten Fußgängerzone, in deren Mitte für Fußfaule eine Bimmelbahn fährt, sind dort sämtliche westliche Modelabels vertreten. Wir sind in einen Laden mit riesiger Tempelfassade und traditionell chinesischer Einrichtung rein, da dieser spannend aussah. Und in der Tat gab es dort seltsam aussehende Dinge (wir haben auf Pflanzensamen, Pflanzenzweige, getrocknete Pilze und Seepferdchen, gehäutete und gekreuzigte Eidechsen...getippt) in großen Gläsern zu saftigen Preisen zu kaufen. Der Laden war voller deutscher Touristen, die über die Gläserinhalte rätselten und Fotos von den getrockneten Seepferdchen schossen. Sehr paradox....
Wieder auf der Nanjing Dong Lu sind wir in eine enge Seitengasse hinein gegangen und keine 50m entfernt von der westlichen Konsumglitzerwelt waren wir auf einmal in einem einfachen, alten Shanghaier Stadtviertel, in dem einfache Leute auf dem Bürgersteig saßen und vor sich ausgebreites Obst, Gemüse, Fisch und lebende Krebse anboten. Es war einfach nur krass wie eng hier Welten beieinander liegen...
Das waren die Höhepunkte unserer ersten Sightseen-Tour. So, es ist schon spät und ich muss morgen wieder früh raus. Demnächst werde ich mehr über mein Praktikum berichten...Ich vermisse euch!!!

29
Aug
2009

Im Supermarkt

Hey,
also, bis jetzt gefällt mir Shanghai richtig gut. Es gibt sooo viele neue, interessante Dinge zu sehen.
Heute morgen bin ich erstmal von einer dreiköpfigen Putzkolonne geweckt worden, die in meine Wohnung eingebrochen und fleißig am sauber machen war. Definitiv nicht die schlechteste Art geweckt zu werden ;-).
Dann bin ich zum Frühstücken und Shoppen in die Mall gegangen. Natürlich war ich auch wieder im Carrefour-Supermarkt. Das ist der größte Supermarkt, in dem ich je gewesen bin. Man kann dort wahrscheinlich alles kaufen (wenn man es denn findet^^). Es gibt Fahrräder, komplette Wohnungseinrichtungen, Klamotten, ein riesiges Zahnpastaregal und sogar Graubrot!! Ein Highlight sind die Fleich- und Fischabteilungen.
In der Fleischabteilung werden Schweine in der Mitte eines großen Verkaufsstandes live zerlegt und samt Knochen in Stücke geschnitten. Rundherum liegen SÄMTLICHE Körperteile abgepackt oder zum selbstentnehmen zum Verkauf. Daneben gibt es eine Kühltheke, aus der man sich allerlei Geflügelteile aussuchen kann.
In der Fischabteilung sieht es ähnlich aus. Verschiedene Fische liegen ausgenommen auf Eis. Daneben ist ein großes Aquarium, in dem Fische gepierct mit kleinen Etiketten (die sonst an Klamotten sind) herumschwimmen. Außderdem gibt es lebende Krebse, Krabben...Besonders grausam ist der Schildkrötenstand. Dieser steht frei und hat kleine, mit Wasser gefüllte Schalen. Darin sind lebende Schildkröten, die jeweils in Plastiknetze (wie Obst) verpackt sind. Eine Schildkröte hat versucht aus ihrer Schale hinaus zu kriechen und mich dabei ganz traurig angesehen :,-(....
Ansonsten gibt es dort mindestens 1000 Mitarbeiter, die Probierportionen anbieten, Plastiktüten abreißen, Plastiktüten wiegen, frische Speisen zubereiten, den Boden kehren oder einfach nur vor ihrem jeweiligen Regal rumstehen (ich glaube jedes Regal hat eine Verkaufsperson) ohne irgendwie zu helfen oder beraten.
Allgemein sind die Leute hier doch sehr hilfsbereit, nur sprechen die meisten kaum Englisch. Mit Händen und Füßen komme ich jedoch ganz gut durch. Meistens werden sie ganz aufgeregt, wenn sie mich bedienen sollen und sind dann zu zweit oder zu dritt^^
Ich habe noch eine Reihe anderer spannender Sachen entdeckt. Hier in der Nähe gibt es ein großes Riesenrad. Hab mich gestern abend mal aufgemacht, um zu erkunden, was es damit auf sich hat und bin auf einen Vergnügungspark mitten in der Stadt gestoßen! Bin sogar rein gegangen, weil nur die einzelnen Attraktionen Eintritt gekostet haben und es gab das volle Programm an Attraktionen: Achterbahnen, Schiffsschaukel, Wasserbahnen, Simulator...
Heute abend will ich mit ein paar Jungs aus Hamburg, die ich im Carrefour kennengelernt habe, mal in Richtung Innenstadt fahren. Mehr erzähle ich dann später!

27
Aug
2009

Endlich angekommen!

Hallo zusammen,
es ist gerade 1 Uhr nachts und ich kann nicht mehr schlafen (blöder Jet-Lag..). Deswegen habe ich mich mal an den Blog gemacht.
Die Reise war ganz ok, wenn auch sehr lang. Schon im Zug nach Frankfurt habe ich Marcel kennengelernt, der, wie wir feststellten, mit dem gleichen Flug nach Shanghai unterwegs war, um seinen Kumpel für eine Woche zu besuchen. Wir haben uns dann zusammen getan und das Entertainmentprogramm von Emirates (Jeder hatte einen Touchscreen mit Computerspielen, Filmen und Musik) voll ausgereizt. Nach 6h sind wir in Dubai zwischen gelandet und hatten 3h Aufenthalt. Von der Stadt selbst haben wir leider nichts gesehen, dafür gab es im Flughafen eine Shopping-Mall mit Menschen aus ALLER Welt. Araber, Chinesen, Inder, Europäer, Afrikaner, buddistische Mönche, Ordensfrauen, einen dicken Pascha mit 3 vollverschleierten dicken Ehefrauen...alles!
Danach dauerte der Flug nach Shanghai nochmal 9h. Neben mir saß ein älterer Chinese, der sich die ganze Zeit gereuspert und die Nase hochgezogen hat (iiihhhh...) Hab meine Kopfhörer laut gedreht, dann ging es.
Nachdem ich gelandet, auf Schweinegrippe untersucht und eingereist bin, hat mich ein nicht sehr gespächiger Fahrer vom Flughafen abgeholt. Per Stop-and-go hat er mich über die überfüllten Highways quer durch Shanghai zu meinem Apartment gebracht. Dabei habe ich, außer dem finster grauen Smoghimmel kaum etwas von der Stadt gesehen.
Mein Apartment ist in einer von Baustellen umgebenen Anlage, die sogar einen Fitnessraum und zwei Tennisplätze hat. Es ist recht groß, wenn auch ein bisschen muffig. Es hat 2 Schlafzimmer (1 für einen Praktikanten, der im September kommt), 2 Bäder, eine voll ausgestattete Küche und ein großes Wohnzimmer. Ich habe mir das größere Zimmer mit dem Fernseher geschnappt ;-)
Danach bin ich erstmal raus, um mir etwas zu essen zu suchen. Ich habe nur gut 5 min entfernt eine riesige Shopping-Mall entdeckt, in der man alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Es gibt dort Klamotten: Marken, wie Esprit, Mango und Vero Moda, aber auch echt schöne T-Shirts für 50 Cent (die Qualität habe ich mir noch nicht angeschaut), einen Fake-Markt, einen Baumarkt und jede Menge Restaurants. Habe mir zum Abendessen ganz konventionell ein Mäckes-Menü für 1,80€ gegönnt und bin danach noch etwas durch die Mall gebummelt. Obwohl ich neben mir nur drei andere Europäer und sonst gar keine Ausländer gesehen habe, bin ich unter den Chinesen (von denen waren dort sehr viele) kaum aufgeallen. Es lässt sich also doch recht unbehelligt hier leben. Danach bin ich nach Hause und nach dem anstrengenden Flug endlich schlafen gegangen.
So, jetzt bin ich von der ganzen Schreiberei echt müde geworden und werde wieder ins Bett gehen.
Ich vermisse euch schon!!
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